25 | Wie den akademischen Grad führen?

20. Okt. 2013

»Wie führt man den akademischen Grad?«

Magister- und Bachelor-/Master-/PhD-Grade werden hinter dem Namen geführt. Diplom- und Doktorgrade werden vor dem Namen geführt.

Es wird nur der höchs­te erlang­te Grad dem Namen hin­zu­ge­fügt:

  • Wer einen Master-Abschluss erlangt hat, führt daher nicht mehr die Angabe des grund­stän­di­gen Stu­di­en­ab­schlus­ses; so wird bspw. aus »Dipl. Finanzw. (FH) Max Mus­ter­mann« viel­leicht ein »Max Mus­ter­mann, LL.M.« oder aus »Erika Mus­ter­mann, B.A.« eine »Erika Mus­ter­mann, M.Sc.«.
  • Wer pro­mo­viert wurde und damit den höchs­ten aka­de­mi­schen Grad erlangt hat, führt nicht mehr die Angabe des vor­an­ge­gan­ge­nen Stu­di­en­ab­schlus­ses; somit wird aus »Max Mus­ter­mann, LL.M.« viel­leicht ein »Dr. jur. Max Mus­ter­mann« oder aus »Erika Mus­ter­mann, M.Sc.« eine »Dr. phil. Erika Mus­ter­mann«.
Grade dürfen nur in der Form geführt werden, die in der Verleihungsurkunde angegeben ist!

Wurde der Diplom­grad einer Fach­hoch­schu­le mit dem Zusatz (FH) ver­lie­hen, darf dieser Zusatz bei der Füh­rung des Grades nach wie vor nicht weg­ge­las­sen werden. Das Weg­las­sen wäre eine Straf­tat, da das Diplom nicht an einer Uni­ver­si­tät erwor­ben wurde. Hin­ter­grund ist dazu, dass die deut­schen FH-Diplom­ab­schlüs­se inter­na­tio­nal dem Bache­lor gleich­ge­stellt sind; die deut­schen Univ.-Diplomabschlüsse sind hin­ge­gen dem Master gleich­ge­stellt. Wer also den bei der Ver­ga­be vor­ge­ge­be­nen Zusatz »(FH)« weg­lässt, schreibt sich selbst seinen Abschluss zu Unrecht vom Bache­lor- auf Mas­ter­ni­veau um und führt somit einen nicht erwor­be­nen aka­de­mi­schen Grad.

Die unrechtmäßige Führung eines akademischen Grades ist in Deutschland eine Straftat gemäß § 132a StGB (Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen) und kann mit Freiheitsstrafe belegt werden.

Bachelor-Bezeichnungen

Die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK) hat in ihren Struk­tur­vor­ga­ben fest­ge­legt, dass in Deutsch­land fol­gen­de Abschluss­be­zeich­nun­gen zu ver­wen­den sind:

  • Bache­lor of Arts (B.A.) = Absol­ven­ten der Sozial-, Sprach-, Kultur-, Infor­ma­ti­ons- und Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten
  • Bache­lor of Sci­ence (B.Sc.) = Absol­ven­ten der Archi­tek­tur-, Natur-, Human-, Inge­nieur- und Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten, Mathe­ma­tik sowie der Infor­ma­tik
  • Bache­lor of Engi­nee­ring (B.Eng.) = Absol­ven­ten der Inge­nieurs­wis­sen­schaf­ten
  • Bache­lor of Laws (LL.B.) = Absol­ven­ten der Rechts­wis­sen­schaf­ten
  • Bache­lor of Edu­ca­ti­on (B.Ed.) = Absol­ven­ten des Lehr­amt­stu­di­ums

An Kunst- und Musik­hoch­schu­len kommen außer dem Bache­lor of Arts fol­gen­de Abschluss­be­zeich­nun­gen hinzu:

  • Bache­lor of Fine Arts (B.F.A.) = Absol­ven­ten der Stu­di­en­gän­ge zur (bil­den­den) Kunst
  • Bache­lor of Music (B.Mus.) = Absol­ven­ten musi­scher Stu­di­en­gän­ge
  • Bache­lor of Musi­cal Arts (B.M.A.) = Absol­ven­ten des Stu­di­ums Opern­ge­sang
Der Absolvent muss die Abschlussbezeichnung so führen, wie sie verliehen wurde, und dies ohne Zusatz der studierten Fachrichtung oder des Studiengangsnamens.

Die Bezeich­nung wird hinter dem Namen geschrie­ben, bei­spiels­wei­se Erika Mus­ter­mann, B.A. (ohne Leer­schritt zwi­schen B. und A.!), oder in Worten nach­ge­stellt: Erika Mus­ter­mann, Bache­lor of Arts.

Der Bache­lor-Grad darf nicht um einen fach­li­chen Zusatz oder einen Hin­weis auf die Art der Bil­dungs­ein­rich­tung ergänzt werden, die den Bache­lor-Grad ver­lie­hen hat (z. B.: (FH) oder (Univ.)). Der Grund dafür ist, dass es in Deutsch­land keine für die Hoch­schul­art spe­zi­fisch unter­schied­li­chen Vor­ga­ben (z. B. Dauer des Stu­di­ums) gibt und alle Hoch­schul­ar­ten den­sel­ben Akkre­di­tie­rungs­an­for­de­run­gen unter­lie­gen.

Master-Bezeichnungen

Kon­se­ku­ti­ve Mas­ter­stu­di­en­gän­ge bauen auf einen ent­spre­chen­den Bache­lor auf. Ebenso kann nach einem Diplom-Stu­di­en­gang ein Master-Stu­di­en­gang absol­viert werden. Für kon­se­ku­ti­ve Stu­di­en­gän­ge gibt es zur Ver­ein­fa­chung nur die fol­gen­den sieben Mas­ter­gra­de. Fach­li­che Zusät­ze sind dabei nicht mög­lich.

  • Master of Arts (M.A.) = Absol­ven­ten in Sprach- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten, Sport, Sport­wis­sen­schaft, Sozi­al­wis­sen­schaft, Kunst­wis­sen­schaft, Künst­le­risch ange­wand­te Stu­di­en­gän­ge, Dar­stel­len­de Kunst, teilw. Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten
  • Master of Sci­ence (M.Sc.) = Absol­ven­ten in Natur­wis­sen­schaf­ten, Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, teilw. Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten, teilw. Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten
  • Master of Engi­nee­ring (M.Eng.) = Absol­ven­ten in Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten
  • Master of Laws (LL.M.) = Absol­ven­ten in Rechts­wis­sen­schaf­ten (außer Staats­examen)
  • Master of Fine Arts (M.F.A.) = Absol­ven­ten in Freier Kunst, »künst­le­ri­schen Kern­fä­chern« an Kunst­hoch­schu­len
  • Master of Music (M.Mus.) = Absol­ven­ten in Musik
  • Master of Edu­ca­ti­on (M.Ed.) = Vor­aus­set­zun­gen für ein Lehr­amt

Die Abschluss­be­zeich­nun­gen wei­ter­bil­den­der, nicht-kon­se­ku­ti­ver Mas­ter­stu­di­en­gän­ge können von den Hoch­schu­len abwei­chend von den Bezeich­nun­gen für kon­se­ku­ti­ve Mas­ter­stu­di­en­gän­ge ver­ge­ben werden. Die Abschluss­be­zeich­nun­gen müssen aber nicht von denen für kon­se­ku­ti­ve Mas­ter­stu­di­en­gän­ge abwei­chen. Etwa jeder zehnte wei­ter­bil­den­de, nicht-kon­se­ku­ti­ve Mas­ter­stu­di­en­gang ver­leiht eine abwei­chen­de Abschluss­be­zeich­nung, davon die Hälfte den Master of Busi­ness Admi­nis­tra­ti­on (MBA).

Der Absolvent muss die Abschlussbezeichnung so führen, wie sie verliehen wurde, und dies ohne Zusatz der studierten Fachrichtung oder des Studiengangsnamens.

Die Bezeich­nung wird hinter dem Namen geschrie­ben, bei­spiels­wei­se Erika Mus­ter­mann, M.A. (ohne Leer­schritt zwi­schen M. und A.!), oder in Worten nach­ge­stellt: Erika Mus­ter­mann, Master of Arts. Oder auch: Erika Mus­ter­mann, MBA bzw. Erika Mus­ter­mann, Master of Busi­ness Admi­nis­tra­ti­on.

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