Zum wissenschaftlichen Arbeiten

Ihre Fragen – und unsere Antworten:

01 | Aus Abschlussarbeiten zitieren?

»Ist es möglich, aus einem Interview zu zitieren, das aus einer anderen Bachelor-Thesis stammt?«

Die Quel­len, die man zitiert, müssen JEDEM Leser der Bache­lorthe­sis zugäng­lich sein (auch wenn die Arbeit am Ende unter www.bachelorarbeiten.de ver­öf­fent­licht wird, ein Leser aus Mün­chen diese online kauft und liest, muss dieser Mensch alle Quel­len, die im Lite­ra­tur­ver­zeich­nis auf­ge­führt werden, ja nach­voll­zie­hen und nach­prü­fen können). (mehr …)

02 | Lehrbücher zitieren?

»Dürfen Lehrbücher generell nicht zitiert werden? Gibt es Ausnahmen?«

Ein Lehr­buch, Hand­buch bzw. Kom­pen­di­um ist nicht zitier­bar. Solche Werke zählen im Nor­mal­fall zur Gat­tung Sekun­där­li­te­ra­tur: Es werden dort ledig­lich bzw. über­wie­gend Lehr­mei­nun­gen bzw. Ergeb­nis­se ande­rer Wis­sen­schaft­ler zusam­men­ge­tra­gen und wie­der­ge­ge­ben. Bei wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten ist man aber gehal­ten, nur Pri­mär­li­te­ra­tur zu ver­wen­den!
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03 | Zu Webseiten verweisen

»Beim Zitieren von Unternehmenswebseiten: Soll Hrsg. auch im Kurztitel hinter Unternehmen stehen?«

Jede Web­site bzw. Web­sei­te muss

a) nach Autor (falls aus­ge­wie­sen),

b) nach Thema (falls aus­ge­wie­sen) und

c) nach Her­aus­ge­ber (falls aus­ge­wie­sen; ande­ren­falls Impres­sum ver­wen­den)

zitiert werden und so auch im Lite­ra­­tur- und Quel­len­ver­zeich­nis ein­sor­tiert werden: Autor / Hrsg., Publi­ka­ti­ons­jahr, Web­­sei­­ten-Titel.

04 | Nummerierung von Abbildungen

»Abbildung mit 1, 2, 3 usw. durchnummerieren oder 1-1, 1-2, 1-3, ... 2-1 usw (nach Kapiteln)?«

Wie im Word-Tem­­pla­­te! 1, 2, 3... Bitte nutzen Sie unser Tem­pla­te (Down­load).

05 | Alles ins Quellenverzeichnis?

»Wird ein Buch im Quellenverzeichnis aufgeführt, wenn es nur für Erklärungen innerhalb von Fußnoten benutzt wird?«

Jede exter­ne Quelle, auf die man sich bezieht, erscheint nur in Kurz­form (!) in der Fuß­no­te oder in der In-Text-Refe­­ren­­zie­­rung – und daher voll­stän­dig (!) hinten im Ver­zeich­nis.

06 | Welche Unternehmensbezeichnung angeben?

»Den gebräuchlichen Namen des Unternehmens benutzen, der auch auf der Webseite immer verwendet wird (»Ströer Gruppe«), oder den offiziellen Namen aus dem Impressum?«

Zitiert wird nur die Selbst­be­nen­nung des Publi­zie­ren­den in seiner Publi­ka­ti­on.

Das Impres­sum geht dar­über hinaus, indem es z. B. die Rechts­form benennt.

07 | Warum Template, warum Word?

»Warum muss das Template genutzt und daher MS Word bzw. OpenOffice eingesetzt werden?«

Es gibt dazu meh­re­re Gründe:

  1. Die For­mat­vor­la­ge defi­niert for­ma­le und struk­tu­rel­le Stan­dards, inkl. aller Ver­zeich­nis­se. Sie sind so nur in den genann­ten Pro­gram­men anleg­bar und nutz­bar. Andere Pro­gram­me sind nicht imstan­de, mehr als ein Ver­zeich­nis anzu­le­gen und zu ver­wal­ten; bei jeder wis­sen­schaft­li­chen Arbeit sind aber meh­re­re Ver­zeich­nis­se erfor­der­lich.
  2. Wis­sen­schaft­li­che Pro­duk­tio­nen erstellt man in den Stan­dard­pro­gram­men für dieses Genre - also in einem ent­spre­chend aus­ge­stat­te­ten Schreib- bzw. Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramm, nicht aber z. B. in Satz­pro­gram­men (InDe­sign, XPress), denn diese sind keine Schreib-, son­dern Satz­pro­gram­me, haben also eine andere Funk­ti­on. (Video­pro­duk­tio­nen schnei­det man ja auch nicht mit der Schere...) Es gehört zur Metho­den­kom­pe­tenz im Stu­di­um, die vor­ge­se­he­nen und vor­ge­ge­be­nen Instru­men­te zu beherr­schen und ein­zu­set­zen.
  3. Die Ver­wen­dung von Lite­ra­tur­ver­wal­tungs­pro­gram­men (wie End­no­te, Men­de­ley und - Emp­feh­lung! - Zotero) mit der Mög­lich­keit der auto­ma­tisch rich­tig for­ma­tier­ten Aus­ga­be von Fuß­no­ten und dem aurto­ma­ti­schen Lite­ra­­tur- und Quel­len­ver­zeich­nis ist nur mit diesen Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gram­men, nicht aber mit Satz­pro­gram­men mög­lich.
  4. Die Nut­zung von und Ver­traut­heit mit Office-Pro­­­gram­­­men (Schreib-, Kal­­ku­la­­ti­ons- und Prä­sen­ta­ti­ons­pro­gram­me wie Word, Excel und Power­Point) gehört heut­zu­ta­ge zu den schu­li­schen Stan­dards und darf daher schon zum 1. Stu­di­en­se­mes­ter an einer Hoch­schu­le vor­aus­ge­setzt werden.
  5. Das Tem­pla­te ist eine hoch­schu­li­sche Vor­ga­be, wie ja auch jeder Verlag (ähn­li­che) Tem­pla­tes ver­wen­det und vor­gibt - ansons­ten kann ein Buch oder Buch­bei­trag halt nicht erschei­nen, wenn ein Autor sich darauf nicht ein­las­sen möchte.

Hier finden Sie das Tem­pla­te / die For­mat­vor­la­ge (Down­load).

08 | Zitierwürdige Quellen?

»Welche Quellen gelten als zitierwürdig? Darf ich aus »Spiegel« oder »Page« etc. zitieren?«

Da wis­sen­schaft­li­ches Arbei­ten nur dann wis­sen­schaft­lich sein kann, wenn man sich auf wis­sen­schaft­li­che Quel­len stützt, gilt:

Publi­kums­zeit­schrif­ten und sons­ti­ge nicht­wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur sind grund­sätz­lich nicht zitier­wür­dig, sie sind für eine wis­sen­schaft­li­che Argu­men­ta­ti­on nicht her­an­zieh­bar. Jour­na­lis­ti­sche Pro­duk­te und Unter­hal­tungs­pro­duk­te sind logi­scher­wei­se keine wis­sen­schaft­li­chen Pro­duk­te.

Zu den nicht­wis­sen­schaft­li­chen Quel­len zählt übri­gens auch Wiki­pe­dia, da dort keine wis­sen­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung gewähr­leis­tet ist.

Aus­nah­men:

  • Nicht­wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur kann in beschränk­tem Umfang im »Ent­de­ckungs­zu­sam­men­hang« (Ein­lei­tung mit Pro­blem­stel­lung, Ziel­set­zung und For­schungs­fra­ge, etc.) refe­ren­ziert werden, ggf. auch punk­tu­ell im Haupt­teil zur bloßen Dar­stel­lung von publi­zier­ten Mei­nun­gen / Infor­ma­tio­nen. (...nicht aber, um sie für die wis­sen­schaft­li­che Argu­men­ta­ti­on zu ver­wen­den!)
  • Nicht­wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur kann refe­ren­ziert werden, wenn (nur) dort die unbe­ar­bei­te­te Aus­sa­ge eines Wis­sen­schaft­lers publi­ziert wurde (z. B. per Inter­view oder in Form eines Bei­trag unter seinem eige­nen Namen).
  • Nicht­wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur ist zu refe­ren­zie­ren, wenn sie selbst Unter­su­chungs­ge­gen­stand ist.

Beruf­lich / fach­lich rele­van­te Publi­ka­tio­nen von Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­bän­den (insbes. Sta­tis­ti­ken, Jah­res­be­rich­te, Stel­lung­nah­men) können - bei ent­spre­chen­der Ziel­set­zung Ihrer wis­sen­schaft­li­chen Arbeit - selbst­ver­ständ­lich zitiert werden.

09 | Welche Quellenverwaltung?

»Welches Literaturverwaltungsprogramm ist empfehlenswert?«

Jedes Pro­gramm dieser Art hat seine eige­nen Vor­zü­ge.

Ich emp­feh­le und nutze selbst das kos­ten­lo­se Zotero, das in Fire­fox inte­griert läuft und ein Plugin zur Daten­über­ga­be in meine Word-Datei bereit­stellt. Zotero ist natür­lich auch als Stand-alone-Pro­­­gramm ver­füg­bar.

Auf dem Server von Zotero kann man zudem seine Daten bis zu 100 MB kos­ten­los able­gen und somit von jedem Rech­ner aus mit seinem Bestand wei­ter­ar­bei­ten; außer­dem ist die gemein­sa­me Nut­zung von dort abge­leg­ten Daten mög­lich.

Wich­tig: Das Quel­len­ver­zeich­nis muss (nach Ein­brin­gen einer ersten »Cita­ti­on«) aus Zotero erzeugt werden (»Biblio­gra­phy«), damit Zotero an jener Stelle der Word-Datei die Daten der genutz­ten Quel­len ein­brin­gen kann.

Eine pas­sen­de Style-Aus­­­ga­­be­­da­­tei für die Fuß­no­ten und das Lite­ra­­tur- und Quel­len­ver­zeich­nis finden Sie hier (.zip-Datei; bitte »aus­pa­cken« und via Ein­stel­lun­gen / Cite / Styles instal­lie­ren sowie im Text­do­ku­ment dann dieses Aus­ga­be­for­mat wählen).

10 | Farbige Grafiken einbringen?

»Dürfen Grafiken farbig sein, also z. B. Blautöne enthalten, sind Abstufungen besser als ›kunterbunt‹, oder sind nur Grautöne und klares Schwarz vorgesehen?«

Gra­fi­ken dienen zum bes­se­ren Text­ver­ständ­nis, nicht aber zur Illus­tra­ti­on (die in wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten eh nicht vor­ge­se­hen ist).

Daher können sie mit Farben ver­se­hen sein, wenn dadurch die Ver­ständ­lich­keit erhöht wird; in den meis­ten Fällen dürfte es aber auch genü­gen, Grau­tö­ne und Schwarz ein­zu­set­zen, so dass die Arbeit res­sour­cen­spa­rend nur mit schwar­zer Farbe aus­ge­druckt werden kann.

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