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Humanistic Communication Research Institute http://hcri.de Fri, 30 Dec 2016 22:15:40 +0000 en hourly 1 Webinare zur Vertiefung http://hcri.de/archives/1223 http://hcri.de/archives/1223#comments Fri, 30 Dec 2016 22:14:54 +0000 admin http://hcri.de/?p=1223 Wissenschaftlichkeit sicherstellen – so lautet der Qualitätsimpuls von forschenlernen.jetzt für 2017. Webinare sollen dazu beitragen.

Ein erstes Webinar kann am kommenden Mittwoch belegt werden. Thema: „Richtig zitieren“.

Bekanntlich sind nicht nur manche Minister*innen über massive Zitierfehler gestolpert und verloren dadurch ihre Abschlüsse und akademischen Grade.

Auch in hochschulischen Haus- und Abschlussarbeiten zeigt sich immer noch ein massives Defizit an Zitier-Kompetenz.

Abhilfe will das Webinar schaffen, zu dem jede*r Interessierte eingeladen ist!

Zur Anmeldung

 

 

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VG Wort lenkt ein http://hcri.de/archives/1212 http://hcri.de/archives/1212#comments Sun, 11 Dec 2016 10:22:37 +0000 admin http://hcri.de/?p=1212 Die bisherige Praxis der Bereitstellung digitaler Quellen und Skripte kann zunächst von den Hochschulen weitergeführt werden.

Inzwischen hatten nahezu alle Hochschulen bekundet, dass sie sich der Regelung von KMK und VG Wort in der vorgesehenen Weise nicht anschließen können und werden. Am 9. Dezember 2016 verkündeten nun Presseerklärungen von Kultusministerkonferenz (KMK), Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und VG Wort, dass eine gemeinsame Arbeitsgruppe damit beauftragt worden sei, eine einvernehmliche Lösung für die Handhabung des Urheberrechts im Kontext der Lehre an Hochschulen zu entwickeln.

Kernpunkt ist diese Passage: „Die Partner wollen eine bruchlose weitere Nutzung der digitalen Semesterapparate an den deutschen Hochschulen über die Jahreswende hinaus gewährleisten.»
Man will bis zum 30. September 2017 eine praktikable Lösung an den deutschen Hochschulen „unter Berücksichtigung der BGH-Entscheidung vom 20. März 2013“ finden.

Pressemitteilung der KMK

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Kein Abschied von Leistungspunkten http://hcri.de/archives/1198 http://hcri.de/archives/1198#comments Sat, 23 Jul 2016 22:36:42 +0000 Martin Gertler http://hcri.de/?p=1198 Die gemeinsame Erklärung von KMK und HRK zur Europäischen Studienreform weicht das Leistungspunkte-System keineswegs auf. Das Kaffeesatzlesen der F.A.Z. vom 22. Juli 2016 verkennt längst bekannte hochschulische und akkreditierungsrelevante Regelungen und geht ins Leere. 

Das Punktesystem sei das große Versprechen der Bologna-Reform gewesen, doch habe es sich inzwischen als untauglich erwiesen und werde nun „stillschweigend beerdigt“, wird in dem Feuilleton-Beitrag behauptet.

Dabei wird aber geflissentlich übersehen, dass seit 19 Jahren die Anerkennungsvorgabe in ganz Europa gemäß der „Lissabon Konvention“ genau nicht mehr auf quantitative, sondern qualitative Merkmale setzt – und dass Kultusminister und Hochschulrektoren ihre Hinweise mit dieser längst gesetzlichen Vorgabe begründen.

Lissabon Konvention: „wesentlicher Unterschied“

Die Lissabon Konvention forderte bereits 1997 die Abkehr von der vom Antragsteller (Hochschulwechsler) zu beweisenden „Gleichwertigkeit“ zugunsten von „wesentlichen Unterschieden“, die seitens der anerkennenden Hochschule zu prüfen und zu beweisen sind.

Keine Rolle aber spielt – seit 1997 – eine übereinstimmende Zahl von Leistungspunkten bei der Anerkennung von Leistungen beim Hochschul- oder Studiengangswechsel.

FIBAA Consult hat dazu in einem Arbeitspapier (2012) die ländergemeinsamen Strukturvorgaben als Akkreditierungsvorgabe zitiert. Dort geht es ebenfalls um „Lernergebnisse“, nicht Anzahlen von Leistungspunkten:

„Die wechselseitige Anerkennung von Modulen bei Hochschul- und Studiengangswechsel ist mit handhabbaren Regelungen in den Studien- und Prüfungsordnungen zu verankern und in der Akkreditierung zu bestätigen. Sie beruht auf der Qualität akkreditierter Studiengänge und der Leistungsfähigkeit staatlicher oder akkreditierter nicht staatlicher Hochschulen im Hinblick auf die erworbenen Kompetenzen der Studierenden (Lernergebnisse) entsprechend den Regelungen der Lissabon-Konvention (Art. III). Demzufolge ist die Anerkennung zu erteilen, sofern keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich der erworbenen Kompetenzen bestehen (Art. V) (vgl. Ländergemeinsame Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen i.d.F.v. 4.2.2010, Anlage „Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktsystemen und die Modularisierung von Studiengängen“, Standard 1.2 Anerkennung) .“

Entsprechende Umsetzungen: allerorten!

2010 hatte die Universität Hamburg ihre Handreichung ausgegeben, die in ihren Fallbeispielen 2 und 3 deutlich macht, dass LP keine Rolle spielen bei der Anerkennung, dass mehr als notwendig erworbene LP jedoch zusätzlich anerkannt werden an möglicher Stelle im Studienverlauf:

Fallbeispiel 2: Ein anzuerkennendes Modul hat bei einem vergleichbaren Kompetenzerwerb weniger Leistungspunkte als in Ihrem Studiengang.

Lösungsansatz: Der Prüfungsausschuss erkennt das Modul als gleichwertig (mit der Leistungspunkteanzahl, die im jeweiligen Studiengang für das Modul vorgesehen ist) an.

Fallbeispiel 3: Das anzuerkennende Modul hat bei einem vergleichbaren Kompetenzerwerb mehr Leistungspunkte als in Ihrem Studiengang.

Lösungsansatz: Der Prüfungsausschuss erkennt das Modul als gleichwertig (mit der Leistungspunkteanzahl, die im jeweiligen Studiengang für das Modul vorgesehen ist) an. Leistungspunkte werden auf den ABK- Bereich angerechnet, sofern die erworbenen Kompetenzen dies ermöglichen bzw. es erfolgt eine Anrechnung im Wahlbereich.

Diese Handreichung war seither wörtlich oder sinngemäß von diversen Hochschulen übernommen und mitunter auch publiziert worden.

Der Verfasser dieses Storify-Beitrags hatte die Hamburger Handreichung 2013 für seine Hochschule aufbereitet und sie wird seitdem dort erfolgreich vom Prüfungsausschuss umgesetzt. Auch wurde sie in anschließenden Programmakkreditierungen als richtig im Sinne der Lissabon Konvention bestätigt.

Auch an der Uni Bielefeld gilt Lissabon

Das „BPO-Studienmodell 2011“ (!) der Uni Bielefeld formulierte ebenfalls fernab von Leistungspunktvergleichen die Orientierung an den erworbenen Kompetenzen von Antragstellern – gemäß der Lissabon Konvention, die längst ins Bundesgesetz eingegangen war und auch in NRW inzwischen ins Landesgesetz:

㤠20 Anerkennung von Studienzeiten und Leistungen

(1) Studienzeiten und bestandene, nicht bestandene oder erbrachte Leistungen (Studien- und Prüfungsleistungen), die in einem Hochschulprogramm erbracht wurden, werden anerkannt, sofern hinsichtlich der erworbenen Kompetenzen kein wesentlicher Unterschied zu den Leistungen besteht, die ersetzt werden; alle vorgenannten Leistungen werden im Transcript dokumentiert. Als Studienzeit ist jeder Bestandteil eines Hochschulprogramms anzusehen, der beurteilt und für den ein Nachweis ausgestellt wurde und der, obwohl er allein kein vollständiges Studienprogramm darstellt, einen erheblichen Erwerb von Kenntnissen oder Fähigkeiten mit sich bringt.“

Fazit

Der feuilletonistische Beitrag in der F.A.Z. vom 22. Juli 2016 erwähnt die Lissabon Konvention von 1997 erst gar nicht. Stattdessen bastelt er mit seinen Passagen, die Kultusminister und Hochschulrektoren hätten mit dieser gemeinsamen Erklärung das ECTS-Punkte-System faktisch aufgegeben, eine unhaltbare und unlogische Konstruktion:

„Für die Anerkennung einer Leistung soll es, so die Intention der Kultusminister, künftig völlig egal sein, ob ein Modul, ein Seminar oder eine Hausarbeit mit drei, acht oder fünfzehn ECTS-Punkten ausgewiesen ist.“  – Sorry, aber die Kultusminister hatten in ihrer Erklärung vom 15. Juli 2016 einfach nur auf das hingewiesen, was eh seit 1997 gilt - und seit vielen Jahren an vielen unserer Hochschulen längst Praxis ist.

PS:
Wäre in jenem Zeitungsbeitrag – wie eigentlich erwartbar – die Lissabon Konvention als Grundlage der gemeinsamen Erklärung von KMK und HRK aufgegriffen und erläutert worden, hätte sich dessen Publikation erübrigt, ebenso diese hier...

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Wissenschaftsrat gegen die zunehmende Publikationsflut http://hcri.de/archives/1102 http://hcri.de/archives/1102#comments Sat, 02 May 2015 20:59:38 +0000 Martin Gertler http://hcri.de/?p=1102 Mit dem Begriff der »wissenschaftlichen Integrität« will der Wissenschaftsrat den Blick über die grundlegenden Regeln einer guten wissenschaftlichen Praxis hinaus erweitern: Es geht um eine Kultur der Redlichkeit und Qualität - und damit auch um eine Reduktion der »Publikationsmasse«.

Für die Anwendung und Verinnerlichung von Regeln sei eine Haltung der Integrität wichtig. Zu den Rahmenbedingungen der Integrität zählten die Vermittlung guter wissenschaftlicher Praxis vom Beginn des Studiums an, gute Beratung und Aufklärungsstrukturen in Konfliktfällen sowie eine stärkere Ausrichtung auf Qualität als auf Quantität in der Forschungs- und Publikationspraxis.

Die jüngsten Empfehlungen des Wissenschaftsrates widmen sich nicht nur gravierenden Fällen des Wissenschaftsbetrugs wie Datenfälschung oder Plagiaten, sondern betrachten auch die Grauzonen nicht integren oder unverantwortlichen Verhaltens.

Es geht um alle Forschungsprozesse sowie um das Studium als entscheidende Phase für die Entwicklung wissenschaftlicher Integrität.

Kritik an der Verlagspraxis

Der Wissenschaftsrat erwartet von Herausgebern, den Zugang zu Forschungsdaten und die Transparenz des Forschungsprozesses insgesamt zu befördern. Die Publizierbarkeit von Replikationsstudien und negativen Forschungsergebnissen seien zu verbessern. Die Verlagspolitik dürfe nicht zu einer selektiven Auswahl von Forschungsthemen führen und damit Anreize für wissenschaftliches Fehlverhalten setzen. (S. 30/31)

Kritik an der Zitationspraxis

Mit deutlichen Worten beklagt der Wissenschaftsrat den hohen Publikationsdruck und die stark quantitativ ausgerichtete Leistungsbewertung in der Forschung. Hier seien langfristige Veränderungen notwendig, die auf nationaler Ebene allein nicht zu bewirken seien.

Indikatoren auf der Grundlage von Zitationsdatenbanken reichten nicht aus, um die Qualität von Forschung zu bewerten bzw. könnten verzerrend wirken, so das Positionspapier. Einfache Zitationsindikatoren beförderten Zitierkartelle bzw. seien durch diese manipulierbar. Monographien und andere Indikatoren für Forschungsleistungen wie Preise, Patente, eingeladene Vorträge u. a. blieben in jenem Bewertungssystem unberücksichtigt.

Der Wissenschaftsrat fordert, dass Hochschulen und Förderorganisationen mehr qualitäts- statt quantitätsbezogene Kriterien in der Leistungsbewertung berücksichtigen, und verweist auf die DFG-Richtlinie, die die Beschränkung auf die wichtigsten Publikationen bei Anträgen und Berichten an die DFG vorgibt. (S. 31/32)

Kritik an der Publikationsmenge

»Der Wissenschaftsrat weist erneut darauf hin, dass unrezipierbare Mengen von Publikationen den eigentlichen Sinn der Publikationspflicht konterkarieren, die ursprünglich der Kommunikation und Überprüfbarkeit neuer Forschungsbeiträge durch die wissenschaftliche Gemeinschaft dienen sollte. Alle Akteure sind dazu aufgerufen, den langfristig notwendigen Wandel hin zu einer stärker qualitativen Forschungsbewertung und damit Reduktion der Publikationsmasse zu befördern.« (S. 32)

In diesem Zusammenhang weist der Wissenschaftsrat darauf hin, dass Alternativen für die Funktion der innerwissenschaftlichen Forschungsbewertung inzwischen Modelle wie z. B. Open-Review-Verfahren oder Post-Publication-Review im Gespräch sind.

Kritik an der Intransparenz bei gemeinsamen Publikationen

Auch kritisiert das Positionspapier die Intransparenz der einzelnen Forschungsleistungen bei den zahlreichen gemeinsamen Publikationen, die inzwischen international üblich sind und zu denen ausländische Universitäten mitunter vom Geldgeber - auch der öffentlichen Hand - verpflichtet werden, nach dem Motto: mehr Output = mehr Leistung:

»Schließlich müssen für gemeinsame Publikationen klare Standards etabliert und eingehalten werden, welche die Einzelleistungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler transparent darstellen. Sie sollten durch die Fachgesellschaften und Fakultätentage festgelegt und in den jeweiligen Forschungsgruppen zu Beginn des Projektes als verbindlich kommuniziert werden.« (S. 33)

Kommentar: Gegen den Trend gebürstet

Mit diesem Positionspapier greift der Wissenschaftsrat internationale Gepflogenheiten an, die seinem Verständnis einer guten wissenschaftlichen Praxis substantiell widersprechen.

Dass etwa die Menge der (mit wem auch immer gemeinsamen) Publikationen und die der Zitationen ein glaubwürdiger Indikator für wissenschaftliche Qualität sei, hatte sich dem nüchtern Denkenden noch nie erschlossen.

Gesehen bei ResearchGate.net. Wie substantiell können so viele Publikationen sein - welche eigenständige Untersuchung lässt sich binnen weniger Wochen durchführen und abschließen?

Und problematisch ist, dass ministerielle Finanzplaner in Nachbarländern die Anzahl der Publikationen und Zitationen zur Bemessung der Finanzierung von Stellenplanung und Forschungsmittel verwenden.

Solches verführt zu einem nicht mehr zu bremsenden opportunistischen Denken: Man verpflichtet jeden, den man bei einem Promotionsvorhaben betreut, auf z. B. vier Publikationen in Journals und beansprucht dabei traditionsgemäß, zusammen mit den anderen Betreuern als Mitautor genannt zu werden.

Dieses Modell lässt sich auch auf alle Mitwirkenden an Forschungsprojekten und auf die Verwertung von regulären Abschlussarbeiten ausweiten. So kann ein Prof problemlos an ein Dutzend gelistete Publikationen pro Jahr gelangen, ohne auch nur eine Zeile selbst geschrieben und erforscht zu haben.

Hinzu kommt, dass jedesmal alle vorherigen gemeinschaftlichen Publikationen zitiert werden - schon steigt der Zitationsfaktor.

Da Deutschland ein nicht unbedeutender Standort der Forschung ist, dürfte dieses wichtige Positionspapier des Wissenschaftsrats - als »Empfehlung« bezeichnet - für ein Aufhorchen in einer auf Quantität statt Qualität orientierten Forschungs- und Finanzierungswelt Europas und darüber hinaus sorgen.

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Forschung kann nicht »die Realität« wiedergeben http://hcri.de/archives/1041 http://hcri.de/archives/1041#comments Mon, 08 Sep 2014 19:14:50 +0000 admin http://hcri.de/?p=1041 Mit einer wissenschaftskritischen Ansprache setzte Prof. Dr. Trudy Dehue, Psychologin an der Universität Groningen, einen bemerkenswerten Akzent bei der Eröffnung des akademischen Jahres 2014/15 der UvH in Utrecht.

Die Wissenschaftsforscherin unterstrich, dass Forschung die Wirklichkeit eher prägt als dass sie diese »entdeckt«.

Trudy Dehue

Jedes Zählen, Messen, Gehirnscannen oder Experimentieren sei eingebettet in Klassifizieren, Argumentieren und Interpretieren. Alle technologischen Entscheidungen und alle Entscheidungen bei Wissensformulierungen hätten Folgen für die Art und Weise, wir wir unser Leben gestalten, so Trudy Dehue.

Die Macht der Definitionen

Allein schon die Definitionen haben demnach wesentlichen Einfluss auf den Forschungsprozess und seine Ergebnisse; Dehue nutzte dafür das Beispiel einer Erfassung von Kindern, die »in Armut leben« - wofür es sehr unterschiedliche Definitionen, Kriterien und Zahlen bei den unterschiedlichen Organisationen gebe.

Eröffnung des akademischen Jahres 2014/15Wissenschaftliche Erkenntnisse würden als Spiegelung der »Realität« angesehen, wodurch auch die Forscher mitunter vergäßen, dass das gar nicht so sein könne. Sie sprächen dann von »gefundenen« Fakten, geradeso als ob diese nur darauf warteten, von ihnen entdeckt zu werden. »So macht Wissenschaft die Wirklichkeit für andere, aber nicht zusammen mit ihnen.«

Sich nicht über andere erheben

Sie verwies auf die Gefahren einer sich selbst als objektiv bezeichnenden Wissenschaft, die für sich beansprucht, im Namen der Realität Aussagen machen zu können.

Wer sich so positioniere, kennzeichne andersartig erworbenes Wissen automatisch als subjektiv und damit als minderwertig.

Ein wichtiges Thema angestoßen

Mit diesem wissenschaftskritischen Ansatz hat Trudy Dehue ein wichtiges Thema zur Reflexion eingebracht, das hier nun die Bachelor- und Masterstudenten der UvH, ihre Dozenten und zahlreiche Gäste erreichte.

Martin GertlerIch selbst vertiefe es bei meiner Lehrveranstaltung »Wirklichkeit ist nicht Realität« mit den Doktoranden in der Graduate School der UvH - unter Verwendung der hierzu bekannten Ansätze aus Systemtheorie und Konstruktivismus.

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Neue Schriftenreihe gestartet http://hcri.de/archives/998 http://hcri.de/archives/998#comments Thu, 31 Jul 2014 22:00:57 +0000 Martin Gertler http://hcri.de/?p=998 Mit dem Ebook »Veganes per Facebook kaufen. Social Commerce in einem Nischenmarkt« startete das HCRI am 31. Juli 2014 seine neue Schriftenreihe zur veganen Kommunikationsforschung.

Social Media und der zugehörige direkte Kundendialog gehören bei Unternehmen zum Marketingmix. Es geht dort darum, neue profitable Absatzmöglichkeiten zu finden und bestehende auszubauen. Durch Facebook Commerce bietet sich zudem eine neue Absatzmöglichkeit direkt beim Kunden. Diese erste Untersuchung in unserer Reihe stellt explorativ das Potential von Facebook Commerce als eine Absatzmöglichkeit für Nischenprodukte via Facebook fest.

Am Massenmarkt haben manche Unternehmen jenes Facebook Commerce bereits getestet, jedoch noch kaum an einem Nischenmarkt. Als Nischenprodukte wurden für diese Untersuchung vegane Lebensmittel ausgewählt. In Zusammenarbeit mit dem Online-Händler für vegane Lebensmittel Smilefood.de wurde dazu testweise ein Facebook-Shop implementiert.

Eine SWOT-Analyse untersuchte die Potentiale für Smilefood in Bezug auf Facebook und auf Social Commerce. So konnten Handlungsempfehlungen für Smilefood hergeleitet werden.

Die Teilnehmer des empirischen Teils der Untersuchung wurden in Bezug auf das Potential von Facebook Commerce am Nischenmarkt der veganen Produkte befragt. Dabei lautete die leitende Forschungsfrage:

»In welchem Maße könnte Facebook Commerce zu einem verkaufsfördernden Mehrwert für den Smilefood-Onlineshop führen?«

Dieses Ebook ist in der Schriftenreihe zur veganen Kommunikationsforschung erschienen, in der auch Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern – Absolventen und Studierenden – zur Publikation gelangen.

Zu den Autoren:

  • Jan Scholten ist Fachinformatiker für Systemintegration und erlangte den Bachelor of Arts im Studiengang Business Information Management (Wirtschaftsinformatik) an der RFH Köln.
  • Martin Gertler ist Professor an der RFH Köln und lehrt Kommunikations- und Medienwissenschaft. Er forscht zu medienethischen Fragestellungen und begleitet Promotionsvorhaben in der Graduate School der UvH in Utrecht.
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Internationales Projekt http://hcri.de/archives/898 http://hcri.de/archives/898#comments Mon, 26 May 2014 12:33:49 +0000 Martin Gertler http://hcri.de/?p=898 Das HCRI hat im Frühjahr 2014 ein internationales, interdisziplinäres Forschungsprojekt gestartet, das den Zusammenhang von der Entscheidung für die individuelle Ernährungsweise mit interpersonaler und medialer Kommunikation untersucht.

Die Frage nach ihrer Ernährung erleben viele Menschen als zunehmend wichtig, je häufiger Lebensmittelskandale und Missstände in der Tierhaltung zum Gegenstand der Berichterstattung und der Gespräche mit anderen werden. Zudem werden zunehmend Berichte über gesundheitliche Risiken durch den Genuss von Nahrung tierlichen Ursprungs bekannt. Die Ernährung wird auch als Bestandteil der persönlichen Lebensweise verstanden.

Die Argumentationslinien lassen sich so zusammenfassen:

  • Omnivoren sagen: Fleisch und Tierprodukte brauche ich als Mensch von Natur aus; außerdem könnte und wollte ich darauf nie verzichten.
  • Vegetarier sagen: auf Fleisch verzichte ich, denn ich brauche es nicht; aber sonstige Tierprodukte nehme ich zu mir, sie würden mir sonst fehlen.
  • Veganer sagen: weder Fleisch noch andere Tierprodukte gehören zu meiner Ernährung; ich brauche sie nicht und will sie daher nicht.

Da nicht alle Menschen über einen Forschungshintergrund zu den genannten Argumenten verfügen können, handelt sich bei ihren Entscheidungskriterien in der Regel um Annahmen und Unterstellungen, die aus medialer und interpersonaler Kommunikation genährt, entwickelt und übernommen wurden.

Das Ziel dieser empirischen Untersuchung besteht aber nicht darin, die eigentlichen Annahmen und Unterstellungen, die der Entscheidung für eine Ernährungsweise zugrunde liegen, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu diskutieren.

Hier geht es vielmehr darum, das Zusammenhangsmaß der momentanen Überzeugungen mit bislang erfahrener und aktuell gepflegter medialer und interpersonaler Kommunikation bei einer Vielzahl von Menschen international zu ermitteln.

Das HCRI forscht dazu gemeinsam mit Kollegen von der Florida Gulf Coast University, Fort Myers (USA), und vom Institut für Empirische Forschung, Köln.

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25 Jahre UvH http://hcri.de/archives/865 http://hcri.de/archives/865#comments Mon, 03 Feb 2014 09:29:48 +0000 admin http://hcri.de/?p=865 Am 29. Januar 2014 feierte die Universität für humanistische Studien in Utrecht ihr 25-jähriges Bestehen. Während der Feierstunde in der voll besetzten Aula gab es Ansprachen und Musik, und es wurden drei internationale Wissenschaftler zu Ehrendoktoren ernannt.

Treffen der Professoren

Professoren und Rektoren aus dem In- und Ausland waren gekommen, um an der mehrstündigen Feier im Academiegebouw zu Utrecht teilzunehmen und der UvH ihre Verbundenheit auszudrücken.

Rückblicke und Ausblicke

Ansprache der Rektorin“Jetzt sind wir 25 Jahre alt – wir sind also alt genug, um erwachsen zu sein, und wir sind zugleich jung genug, um unsere Ideale aufrechtzuerhalten!”

Rektorin Prof. Dr. Gerty Lensvelt-Mulders fasste in ihrer Eröffnungsrede die Grundlagen der UvH zusammen und unterstrich, dass die Universität inzwischen ein bewährter Platz für multidisziplinäre Forschung geworden sei, bei der die Geistes- und Sozialwissenschaften eng zusammenarbeiten.

Komplexe Konzepte würden hier sorgfältig durchdacht und empirisch untersucht, ausgehend davon, dass man auf große Herausforderungen unserer Gesellschaft nur unter Berücksichtigung ihrer Komplexität eingehen könne, so die Rektorin.

Im Anschluss sprachen Boris van der Ham, Vorsitzender des Humanistisch Verbond, und die Bachelorstudentin Danique Kannekens. Madeleine Kievits erhielt den Leo-Polak-Preis für ihre Abschlussarbeit und Alumnus Tim Driessen, “De Ministers“, gestaltete den musikalischen Rahmen.

Verleihung des Ehrendoktorats

Höhepunkt der Feier waren die Ernennungen zum Dr. h. c., die drei renommierte Wissenschaftler aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Humanismus-Forschung erhielten: Prof. Dr. Carol Ryff, Prof. Dr. Joan Tronto sowie der Nobelpreisträger Prof. Dr. Amartya Sen (Foto).

Herzlichen Glückwunsch allen!

Kongresstitel

An den beiden folgenden Tagen veranstaltete die UvH den wissenschaftlichen Kongress “A Meaningful Life in a Just Society – Investigating Well-being and Democratic Caring”.

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Kleine Werte und große Werte http://hcri.de/archives/875 http://hcri.de/archives/875#comments Mon, 18 Nov 2013 09:45:42 +0000 admin http://hcri.de/?p=875 So überschrieb Prof. Dr. Harry Kunneman seine »Oratie«, eine Inaugurale Rede am 12. November 2013 in Utrecht. Er unterstrich dabei aus sozial-philosophischer Perspektive die Bedeutung normativer Professionalisierung für das Entwickeln menschenwürdiger Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit.

Anlass des Festakts war die Annahme eines persönlichen Lehrstuhls an der Universität, an der er bisher den größten Teil seines akademischen Lebens verbracht hat: an der University for Humanistic Studies (UvH).

Einerseits macht er sich große Sorgen über die weltweite Dominanz neoliberaler Werte und über die dazugehörige kurzsichtige Orientierung auf ein vermeintlich grenzenloses ökonomisches Wachstum. Er legte dar, dass die neoliberalen Werte zu klein seien im Verhältnis zur Komplexität der globalen Fragen, vor denen wir stehen. Sie verführten dazu, die Komplexität zu reduzieren – und wo das nicht gelinge, die Komplexität zu verdrängen. Die ökologischen Probleme, die auf uns zukommen, böten dazu stark beunruhigende Beispiele an.

Gespannte Zuhörer

Andererseits schöpft er Hoffnung aus dem zunehmenden Verständnis dafür, dass wir größere Werte benötigen, sowie aus allen damit verbundenen heutigen Bewegungen, die nach Werten und Praktiken suchen und die uns helfen, unsere Welt und unseren Zukunftshorizont zu vergrößern anstelle sie zu verkleinern; dabei gehe es um Werte und Praktiken, die uns helfen, die Komplexität der Fragen, vor denen wir stehen, anzupacken anstatt sie zu verdrängen.

Dies bezeichnet er als die politische Perspektive, von der aus er in den kommenden Jahren zusammen mit Kollegen und Promovendi forschen will auf dem Gebiet »normativer Professionalisierung«.

Er strukturierte seine Vorlesung in diese fünf Punkte:

  1. Postmodernes Denken als gelungenes Misslingen
  2. Vertikale und horizontale Moralität
  3. Vertikale und horizontale Erkenntnistheorien
  4. Die zweite Postmoderne
  5. Die politische Bedeutung normativer Professionalisierung

Im vierten Kapitel widmete er sich der aus seiner Sicht notwendigen Haltung einer »amor complexitatis«, jener konstruktiven Umgehensweise mit Komplexität, vor der die bisherige Postmoderne resigniert habe.

Und im fünften Kapitel zog er daraus Schlüsse für das Konzept der »Normativen Professionalisierung«, dem er sich bereits seit vielen Jahren an der UvH in Utrecht widmet – hier nun ergänzt um eine explizit politische Dimension.

Eine neue Stufe erreicht

Professoren in der DiskussionDamit hat Harry Kunneman erkennbar eine nächste Stufe in seiner bisherigen Forschungsarbeit erreicht. Nachdem er nun mit Erreichen des Pensionsalters nicht mehr auf konkrete Anwendungsbezüge in Wirtschaft und Gesellschaft und auf entsprechende Ausbildungsbelange in den Studienangeboten seiner Universität angewiesen ist, kann er sich forschend dem Grundsätzlichen widmen, und er tut dies zugleich mit klarem Anwendungsbezug.

Viele Weggefährten, Kollegen und Absolventen sowie seine Familie waren zugegen und erlebten diese intensive, mitunter mitreißende Rede. Der Applaus in der voll besetzten Aula wollte schier nicht enden.

Dank an Harry KunnemanFür mich war es ein bewegender Abend und eine Gelegenheit, ihm zu danken für die fruchtbaren Jahre der Zusammenarbeit in der bis zum Sommer 2013 von ihm geleiteten “Graduate School” der UvH.

Ein Druck seiner Rede ist bereits in der Schriftenreihe der UvH erschienen, leider nur in niederländischer Sprache. Die Bedeutung seines Ansatzes dürfte jedoch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung finden.

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Narration und Theoriebildung http://hcri.de/archives/644 http://hcri.de/archives/644#comments Thu, 07 Jun 2012 14:19:49 +0000 admin http://hcri.de/?p=644 Am 23. Mai 2012 verteidigte Jutta König, Psychologin im niederländischen Loosdrecht, im Academiegebouw Utrecht vor dem Kollegium der UvH und externen Hochschullehrern erfolgreich ihre Dissertation »Moving Experience – Complexities of Acculturation«.

Dafür erkundete sie empirisch die Theorie des Dialogischen Selbst und erweiterte sie für den Kontext der interkulturellen Sozialisation.

So untersuchte sie die Interaktionen zwischen Karriereberatern und akademisch gebildeten Flüchtlingen.

Dabei zeigte sich, dass Migranten ihr Anderssein verbergen und dass subtile Strategien bei der Auseinandersetzung mit diesen Unterschieden der Entwicklung einer kulturellen Vielfältigkeit im Unternehmen im Wege stehen.

Eigene Methode entwickelt

Rund ein Jahrzehnt hatte Dr. Jutta König berufsbegleitend an ihrer Untersuchung gearbeitet, mit dem Ziel, zum besseren Verstehen multikultureller Positionen und des Sozialisationsprozesses von Migranten beizutragen. Sie entwickelte dazu eine eigene Methode für das Verständnis der Komplexität hybrider Identitäten, die sie Personal Emotional Account of Cultural Experience (PEACE) nennt.

Für ihre Herangehensweise, sowohl narrativ, auf Basis vieler Erzählungen von Migranten, die Problemlage einzufangen, als auch mit den Methoden ihrer Profession zu arbeiten und sie gar zu erweitern, bekam sie von ihrem Promotor (»Doktorvater«) Prof. Dr. Harry Kunneman bei seiner abschließenden Würdigung viel Lob. Er hatte sie gemeinsam mit Prof. Dr. Halleh Ghorashi (Freie Universität Amsterdam) intensiv betreut.

Als Prüfer wirkten bei diesem Verfahren Prof. Dr. Hans Alma (UvH), Prof. Dr. Rosi Braidotti und Prof. Dr. Christien Brinkgreve (Univ. Utrecht), Prof. Dr. Ruben Gowricharn (Univ. Tilburg) sowie Prof. Dr. Hubert Hermans (Radboud Univ. Nijmegen) mit.

Dreistufiges Verfahren

Die Regularien zur Erlangung des höchsten akademischen Abschlusses sind für die Kandidaten meist anstrengend: Man hat in der Regel zwei Betreuer, die als erste die Arbeit prüfen. Danach muss man erst noch von einer Kommission ein positives Urteil erhalten, bei dem die Betreuer nicht stimmberechtigt sind. Abschließend folgt die Möglichkeit zur öffentlichen Verteidigung der Arbeit.

Für die Familienangehörigen und Freunde der Doktorandin sowie für die zahlreichen Berufskollegen war die akademische Auseinandersetzung bei der Disputation sicherlich nicht immer verständlich.

Fachbegriffe wurden diskutiert, methodische Schritte analysiert, Definitionsprobleme erörtert – manche Details wurden recht ausführlich in Augenschein genommen. So erwies sich diese Veranstaltung wie gehabt als eine harte universitäre Prüfung und nicht nur als ein feierliches akademisches Ritual.

Für mich als Teilnehmer in der Corona war es hochinteressant und bereichernd, denn gerade der Brückenschlag vom Narrativen zur berufsorientierten Methodik erwies sich in Juttas Arbeit als eine durchaus empfehlenswerte Vorgehensweise.

Dafür konnte ich ihr beim anschließenden Empfang meinen herzlichen Glückwunsch und Dank zugleich ausdrücken!

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